Multimediale Geschichte

In den kommenden Zeilen leisten die Kleinsten, Grosses!

Willkommen auf der RC Modellbaustelle Toggenburg

Ferngesteuerte Bagger und junge Männer – passt das?

Bagger heben Erde aus, Lastwagen transportieren Material über die Baustelle und Raupenfahrzeuge arbeiten sich durch das Gelände. Was auf den ersten Blick wie eine gewöhnliche Baustelle aussieht, entpuppt sich beim genaueren Hinsehen als faszinierende Welt im Kleinformat.

Auf der RC Modellbaustelle Toggenburg in Bütschwil dreht sich alles um ferngesteuerte Funktionsmodelle. Bagger, Lastwagen und weitere Baumaschinen werden hier nicht einfach präsentiert – sie müssen arbeiten. Erde wird ausgehoben, Material verladen und mit den Lastwagen von einem Ort zum nächsten transportiert.

Dabei versuchen die Modellbauer, die Abläufe einer echten Baustelle möglichst realitätsnah nachzustellen.

Mehr als nur ein Spielzeug

Wer bei ferngesteuerten Fahrzeugen zuerst an Spielzeug denkt, merkt auf der Modellbaustelle schnell, dass hinter diesem Hobby deutlich mehr steckt.

Viele Modelle sind ihren grossen Vorbildern bis ins Detail nachempfunden. Beleuchtung, Geräusche und bewegliche Aufbauten sorgen für einen realistischen Eindruck. Je nach Modell kommen unterschiedliche technische Funktionen hinzu.

Gesteuert werden die Fahrzeuge per Funkfernsteuerung. Dabei braucht es Geschick und Konzentration: Eine Baggerschaufel präzise über der Ladefläche eines Modelllastwagens zu positionieren oder ein Fahrzeug durch enges Gelände zu manövrieren, ist nicht immer so einfach, wie es von aussen aussieht.

Die Menschen hinter den Fernsteuerungen

Doch eine Baustelle funktioniert nicht allein durch ihre Maschinen. Hinter jedem Modell steht ein Mensch, der Zeit, Wissen und Leidenschaft in sein Hobby investiert.

Auf der Modellbaustelle sind unter anderem Marco, Päddy, Kevin und Sven mit ihren Fahrzeugen unterwegs. Jeder bringt seine eigenen Modelle, Erfahrungen und Interessen mit. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass auf dem Gelände tatsächlich so etwas wie ein kleiner Baustellenbetrieb entsteht.

Es wird gebaggert, transportiert, ausprobiert und immer wieder an den Maschinen gearbeitet. Gleichzeitig ist die Modellbaustelle ein Treffpunkt. Man hilft sich gegenseitig, tauscht Erfahrungen aus und verbringt gemeinsam Zeit mit einem Hobby, das die Beteiligten verbindet.

Liebe zum Detail

Gerade die Details machen den Reiz des RC Modellbaus aus. Manche Fahrzeuge wirken aus der richtigen Perspektive beinahe wie ihre grossen Vorbilder.

Ein verbreiteter Massstab bei Modelllastwagen liegt beispielsweise bei ungefähr 1:14. Trotz ihrer vergleichsweise kleinen Dimensionen bringen die Fahrzeuge einiges auf die Waage. Ein Modell-LKW kann bereits leer mehrere Kilogramm wiegen. Kommt eine Ladung Erde hinzu, steigt das Gewicht entsprechend.

Doch nicht nur das Aussehen soll stimmen. Für viele Modellbauer gehört es zur Faszination, dass ihre Fahrzeuge möglichst realistisch funktionieren und tatsächlich eingesetzt werden können.

Fahrzeug: Doser – Der Bediener: Patrick Hardegger

Eine Baustelle, die sich ständig verändert

Stillstand gehört auf einer Baustelle kaum dazu – auch nicht im Kleinformat. Durch das Baggern, Transportieren und Verteilen der Erde verändert sich das Gelände während des Betriebs immer wieder.

Genau das macht die Modellbaustelle lebendig. Die Fahrzeuge fahren nicht auf einer perfekt vorbereiteten Ausstellungsfläche ihre Runden, sondern müssen sich in einer Umgebung bewegen, die ihrem realen Einsatzgebiet möglichst nahekommt.

Aus einzelnen Modellen entsteht dadurch etwas Gemeinsames: eine funktionierende Baustellenwelt im Kleinformat.

Die Modellbaustelle selbst entdecken

Wo arbeiten die Bagger? Welche Wege nehmen die Lastwagen? Und was gibt es auf dem Gelände sonst noch zu entdecken?

Mit meiner interaktiven Karte kannst du dich selbst durch die RC-Modellbaustelle Toggenburg bewegen. Hinter den einzelnen Punkten verstecken sich Bilder, Informationen und Fakten rund um das Gelände und die Modelle.

Kleine Maschinen, grosse Leidenschaft

Am Ende ist es genau dieser Gegensatz, der die Modellbaustelle Toggenburg besonders macht: Die Maschinen sind klein, der Aufwand dahinter ist es nicht und wird unterschätzt.

Zwischen Erde, Technik und Fernsteuerungen entsteht eine eigene Welt. Eine Welt, in der aus einem Modell plötzlich eine Arbeitsmaschine wird und aus einzelnen Modellbauern eine kleine Baustellencrew.

Und spätestens wenn der nächste Lastwagen rückwärts an einen Bagger heranfährt, die Schaufel über der Ladefläche schwebt und die nächste Ladung Erde transportiert wird, ist klar:

Hier wird nicht nur gespielt – hier wird gebaut.

Emotionen pur für 14 Kilogramm Metall – das Neugeborene ist da

Gelb, gross und schwer – der Bagger Liebherr 926 compact zog vom luzernerischen Kriens ins Toggenburg auf die RC (ferngesteuerte) Modellbaustelle in Bütschwil. Ein Abschied mit bleibenden Erinnerungen und eine unvorhergesehene Zukunft auf welche Abenteuer sich der Bagger eingelassen hat.

Von Carina Seiler

“Es ist ein harter Schritt für mich, den Bagger Liebherr 926 compact, weiterziehen zu lassen, aber es freut mich, dass er in gute Hände kommt”, berichtet Roland Lottenbach in seiner Modellbau Garage. Links und Rechts von ihm stand je ein Bagger. Einer davon, den ich abholen wollte. Ich stand da. Vor einem fremden Mann. Der fremde Mann verkaufte einer seinen geliebten Baggern, den ich für meinen Partner abholen durfte, im luzernischen Kriens.

“Heb, Schnauf und Ruck” – Roland, der Verkäufer des Baggers, hebt ihn auf einen Rollwagen. Ich ging voraus mit der Fernsteuerung und zwei Käbelchen in der linken Hand. Meine schwirrenden Gedanken in meinem Kopf: “Jede Abschied cha eh Ahfang sy” (Der Refrain eines Liedes von Megawatt). Ich ging weiter den langen Gang entlang, in das Treppenhaus und hoch zum Parkplatz. Ich öffnete meinen Kofferraum, hinter mir kam Roland mit dem 14-kilogramm schweren Bagger hinterher. 

Roland Lottenbach, der Verkäufer des Baggers bei der Übergabe in seiner Modellbaugarage in Kriens (Luzern). Eines der letzten Male, dass er seinen Bagger Liebherr Compact in seinen Händen hält.

Zwischen Sagex und Vorfreude

“Itz numme nid dr Verliider verliere”, flüsterte ich leise vor mich hin, als mein Auto im Retourgang vom Parkplatz fuhr. Mit viel Bedacht und Konzentration fuhr ich von Kriens über den Brünig aufs Bödeli nach Hause. Zuhause parkiert – mit dem Kofferraum hauswärts. Als sich mein Puls beruhigt hatte, lud ich den Bagger aus und legte ihn zu mir auf die andere Betthälfte. Freudig rufte ich meinem Partner an und präsentierte ihm das Prachtstück, er entgegnete mir mit einem leicht verliebten Blick – es handelte sich aber einmal nicht um mich, sondern um die 14 Kilogramm Metall in meinem Schlafzimmer.

Der Bagger wird mit der Unterlage von Sagex geschützt. Aufgrund der Montage der Drehlichter, konnte man den oberen Teil aber nicht decken.

Die Fahrt ins Toggenburg

Donnerstag, 28.August, 07:30: Der Bagger war wieder in meinem Kofferraum. Daneben die Fernbedienung und der Akku. Für mich stand heute ein Studiumstag an. Ich fuhr deshalb ganze 20 Minuten früher los. Meine Reserve – knapp, aber es reicht. Nach einer Stunde und 10 Minuten 08:55 parkierte ich mein Auto – extra rückwärts – mit dem Kofferraum zur Parkhauswand platziert. Als ich meine Tasche ergriff und mein Auto abschliesste, kontrollierte ich nochmals: Sichtschutz, Abstand zur Parkhauswand – check. Nach 7 Stunden – alles ruhig um mein Auto und unverändert sah es auch noch aus – ein gutes Zeichen, dass der Bagger auch noch drin war. Ich stieg wieder in das Auto und mein Puls stieg leicht wieder an. Stau auf der Autobahn in Zug und über den Hirzel. Meine Gedanken kreisten: Abstand zum Vordermann halten und die aufzufahrenden Verkehrsteilnehmenden, vorlassen. Nach einer Stunde, 20 Minuten 18:10 und 106 Kilometer später dann das langersehnte Ortsschild: Willkommen im Toggenburg.

320 Kilometer trennten den Verkäufer vom neuen Besitzer. Links neben dem Bagger, die Fernsteuerung – ohne diese geht nichts.


“Freude herrscht“ im Toggenburg

Mit offenen Armen empfing mich mein Partner und sein Parfüm, welches nach zuhause roch stieg in meine Nase. Erfrischend und leicht. Mit schielenden Augen blickte mein Partner in den Kofferraum – zu mir – in den Kofferraum – zu mir. “Sälte hani sone glücklige Mah gseh” und jetzt blickten wir gemeinsam in den Kofferraum. Zwei Stunden später dann der grosse Moment: Der Bagger durfte endlich zu seinem neuen Besitzer. Der Anblick war unbeschreiblich. Freude, Glück – Emotionen pur als der neue Bagger in den Händen meines Partners war. “Es isch meh wäde numme ä Fröiid, äs isch ä Liideschaft wo ih däm Bagger isch” sagt er nur – ja und irgendwie hat mich dieses Metall-Bagger-Fieber auch gepackt.

Der neue überglückliche Besitzer vom Bagger Liebherr 926 compact: Marco Tischhauser.

Hier abgebildet auf der RC Modellbaustelle in Bütschwil.

Die Ähnlichkeiten der beiden RC Baggerliebhaber

Links: Roland Lottenbach, Rechts: Marco Tischhauser

Meinen Social Media Post

Die Modellbaustelle in Bewegung
Wie realistisch die Fahrzeuge wirken, zeigt sich erst, wenn sie sich bewegen. Im Video sind die Maschinen auf der Baustelle im Einsatz.

Veröffentlicht am Sonntag 6.September

Der Hintergrund zum Social Media Post:

HintergrundIch kenne meine Community und weiss was es braucht, dass ein Reel viral gehen kann.
FokusIm Zentrum stehen nicht nur die Maschinen, sondern vor allem die Menschen dahinter und nicht ich als Reporterin. Wer gut aufgepasst hat, kennt nach meiner Vorstellung meine Stimme und erkennt sie wieder in meinem Voiceover. 😉
SchnittKurze und abwechslungsreiche Szenen bringen Bewegung und Dynamik in die Geschichte.
BearbeitungNatürlich gehalten, damit die Atmosphäre vor Ort authentisch bleibt.
BildspracheDetailaufnahmen wechseln sich mit Übersichten ab und zeigen sowohl die Technik als auch die Dimension der Anlage.
ZielDie Zuschauer sollen erleben, warum RC-Modellbau weit mehr ist als «nur Spielen».